EHI-Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2018“

Jeder zweite Euro wird im deutschen Einzelhandel bargeldlos bezahlt

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„Die hohen Umsatzanteile haben das Thema ‚Karte’ zu einem strategischen Erfolgsfaktor im Einzelhandel gemacht.“ Zu diesem Ergebnis kommt das Kölner EHI Retail Institute in seiner aktuellen Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Einzelhandel 2018“. Wie die Befragung von 460 Unternehmen mit einem Brutto-Umsatz von 270,3 Mrd. € ergab, erzielte der kartengestützte Umsatz in Deutschland 2017 erneut ein deutliches Plus, während die Umsatzanteile von Bargeld weiter sinken. Nur noch jeden zweiten Euro bezahlen Kunden im deutschen Einzelhandel bar.

girocard und kontaktlos: gute Karten für höhere Umsätze

Erneut verzeichnet der Anteil kartengestützter Umsätze ein deutliches Wachstum um 9,8 Mrd. Euro auf 196,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von 46,9 Prozent (2016: 45,6 Prozent) am Gesamtumsatz der Einzelhandelsgeschäfte in Höhe von 420 Mrd. Euro.
Bereits im Vorjahr hat sich das girocard-System der Deutschen Kreditwirtschaft als stärkster Wachstumstreiber des kartengestützten Bezahlens etabliert. Auch 2017 ist der Umsatzanteil der girocard weiter deutlich gestiegen. Durch ein Umsatzplus von 9,4 Mrd. Euro auf 110,3 Mrd. Euro liegt der Anteil der girocard bei mehr als einem Viertel (26,3 Prozent). Begünstigt wird ihr Erfolg durch den technologischen Fortschritt, der in erster Linie in der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens liegt. Girocard kontaktlos wird aktuell bereits von mehr als der Hälfte der Händler akzeptiert – eine immense Steigerung im Vergleich zu 2016 (7 Prozent der Händler).
Bis Ende 2018 werden drei Viertel der großen Handelsunternehmen in Deutschland das kontaktlose Bezahlen eingeführt haben.

Kreditkarten für Handel weniger attraktiv

Kreditkartenzahlungen haben 2017 eine Steigerung um 0,4 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent Umsatzanteil erreicht. Durch die stetige Erhöhung diverser Zusatzgebühren (sog. Card-Scheme-fees) für MasterCard und Visa wird der erreichte Einspareffekt der EU-weiten Interchange-Deckelung allerdings abgeschwächt, wodurch die Akzeptanz von Kreditkartenzahlungen im Handel gehemmt wird. Das girocard-Verfahren bleibt für die Händler das günstigere Zahlungsmittel. Neben dem Bargeld verliert auch das unterschriftenbasierte SEPA-Lastschriftverfahren weitere Anteile und sinkt um 0,8 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent.

Bargeld bei kleinen Beträgen

Auch wenn der Umsatzanteil der Barzahlungen weiter gesunken ist, wird Bargeld aus Sicht der befragten Händler auch in den kommenden fünf Jahren bei Beträgen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart bleiben. Bei Beträgen über 30 Euro messen die Befragten dem Bargeld hingegen keine größere Bedeutung mehr zu. Stattdessen sehen sie die girocard – ob kontaktbehaftet, kontaktlos oder mobil – als die beliebteste Zahlungsart der nächsten Jahre. Für Beträge unter 30 Euro wird die girocard nach Meinung der Händler zumindest die zweitwichtigste Zahlungsart sein.

EHI-Studie: Kartengestützte Zahlungssystem im Einzelhandel 2018