TA 7.0, EMV - warum?

Der Zahlungsverkehr in der Euro-Zone wurde vereinheitlicht; die Zahlverfahren aus 32 Ländern wurden durch ein neues System ersetzt.

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TA 7.0 - was ist das?

TA 7.0 beschreibt die technische Umsetzung der so genannten Händlerbedingungen zur Teilnahme am electronic cash-System der deutschen Kreditwirtschaft. Das electronic cash-Verfahren ist ein von den Banken angebotenes Zahlverfahren, bei dem die Kunden zur Zahlung ihre Geheimnummer (PIN) eingeben müssen. Die Banken übernehmen hier gegen eine anteilige Gebühr an der Bonhöhe eine Zahlungsgarantie. Konkret beinhaltet TA 7.0 einen neuen Terminalsoftwarestandard, den alle Terminals ab dem 1.07.2010 erfüllen müssen.

TA 7.0 – warum?

Der Zahlungsverkehr in der Euro-Zone wurde grenzüberschreitend vereinheitlicht; die traditionell verschiedenen Zahlverfahren aus 32 Ländern wurden durch ein neues, einheitliches System ersetzt und in der sogenannten SEPA-Zone (Single Euro Payment Area) zusammengefasst. Da Deutschland Teil der Eurozone ist, wurde es auch hierzulande notwendig, die Terminals auf internationale Standards zu bringen. Damit wurde maximale Sicherheit beim Zahlen mit Karte in ganz Europa realisiert.

Internationale Karten akzeptieren – kein Problem

Für Händler und Gastwirte bedeutet die Umsetzung von TA 7.0 konkret, dass sie ohne weiteres internationale Karten akzeptieren können: Waren bis dato spezielle Acquiring-Verträge für die Akzeptanz der über Ländergrenzen eingesetzten Maestro- oder V PAY-Karten* notwendig, so heißt es jetzt: Internationale Karten, nationale Kosten, d.h. die Akzeptanz von ausländischen Debitkarten ist an dieselben Konditionen geknüpft wie die inländischer electronic cash- und girocard-Karten.

Technische Änderungen TA 7.0

Technisch bedeutet das Update neben der Herstellung von Mehrsprachigkeit der ec cash Terminals den Wechsel auf Spur 2 des Magnetstreifens. Magnetstreifenkarten verfügen über drei Spuren, auf den denen sich Daten befinden. Bisher wurde in Deutschland die Informationen von Spur 3 gelesen.

Mehr Sicherheit - EMV-Chip-Technologie

Einen Fortschritt in puncto Sicherheit bedeutet zudem die Einführung der EMV-Chip-Technologie. Diese fälschungssichere Technologie wird ab 2011 zur Abwicklung von ec cash und girocard genutzt. Das von den Kreditkartenunternehmen Europay, MasterCard und VISA entwickelte Verfahren nutzt einen Mikrochip auf der Karte und ist somit extrem fälschungssicher. EMV ersetzt ab dem kommenden Jahr das Magnetstreifenverfahren. Bei Kreditkartenzahlungen kommt EMV bereits seit 2005 zum Einsatz. Die sind zwar auch ohne EMV möglich, jedoch haften Händler bei Missbrauchsschäden, wenn der Schaden durch den Einsatz von EMV-fähigen Terminals hätte verhindert werden können.

girocard – das neue Akzeptanzlogo

In Verbindung mit TA 7.0 und der Europäisierung des Zahlungsverkehrs wird regelmäßig der Begriff „girocard“ genannt. Ursächlich verbunden ist das neue Akzeptanzlogo mit den Neuerungen jedoch nicht. Mit girocard schafft die deutsche Kreditwirtschaft einen neuen Namen und ein neues Logo für das PIN-gestützte Bezahlen im Handel („electronic cash“) und die Bargeldbeschaffung an den Geldautomaten in Deutschland („Deutsches Geldautomaten-System“). girocard vereinheitlicht somit die zwei bisherigen Systeme unter einem neuen Markenzeichen.

* So genannte Maestro- und V PAY-only-Karten werden auch ohne girocard-Logo von deutschen Kreditinstituten herausgegeben.